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Kennst du die Leute, die den Spruch „Schlafen kann ich auch noch, wenn ich tot bin?“ wie eine Fahne feierlich vor sich hertragen? Die rund um die Uhr am Schaffen und Machen sind und denken, dass Pausen nur etwas für Weicheier sind? Ich erkläre dir heute, warum sie in meinen Augen keine Helden sind. Und warum ich Pausen während der Arbeitszeit für absolut (überlebens-)notwendig halte – erst recht, wenn du im Homeoffice arbeitest und niemand auf deine Pausenregelung oder gar gesetzliche Pausenzeiten achtet.

Pausen-Tipp #1: Warum ist die Mittagspause so wichtig?

Eines schon mal vorab: Die gesetzlichen Pausenzeiten schreiben vor, dass bei einer Arbeitszeit von sechs Stunden eine Pause von 30 Minuten eingehalten werden muss. Das halte ich für viel zu wenig. Denn deine Pausen sind wichtig! Und anstatt dich im Workflow auszubremsen, geben sie dir neue Energie, so dass du am Ende in derselben Zeit sogar mehr erledigt bekommst, als wenn du deine Pause ausfällen lässt.

Pausen in der Arbeitszeit sind dazu da, mal kurz rauszukommen aus dem Trott und abzuschalten von dem, womit du dich grade beschäftigst. Sie helfen dir, Abstand zu gewinnen und eine andere Perspektive einzunehmen. Sie halten deine mentale Fitness aufrecht und bringen – wenn du sie richtig anpackst (dazu mehr im Pausen-Tipp #2) – dabei, deine Fitness aufrecht zuerhalten. Wenn du an den PC zurückkehrst, kannst du konzentrierter und effektiver weiterarbeiten, als wenn du dir deine Pause verkniffen hättest. Deshalb mein dringender Tipp an dich: Mach nach jedem Fokusblock eine Pause. Zwinge dich notfalls mit einer Eieruhr, die du dir stellst, dazu. Und selbst,wenn du grade nicht 45 Minuten an einer Sache konzentriert gearbeitet hast, solltest du dir eine Pause gönnen. Und sie aktiv gestalten. Wie das geht, erfährst du im nächsten Tipp.

Pausen-Tipp #2: Wo verbringe ich meine Mittagspause ambesten?

Die Antwort auf die Frage, wo du deine Pause verbringen solltest, ist einfach. Sie besteht aus drei Worten und einem Ausrufezeichen: NICHT AM PC! Für eine Pause, die diesen Namen auch verdient, stehst du von deinem Bürostuhl auf, nimmst deinen Blick vom Bildschirm und gehst an einen anderen Ort. Du bist nicht dafür gemacht, für eine längere Zeit zu sitzen. Niemand von uns ist dafür gemacht. Denn solange du mit deinen vier Buchstaben die Sitzfläche berührst, steigt dein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dein Stoffwechsel läuft auf Sparflamme und dein Kalorienverbrauch sinkt in den Keller. Du strapazierst die Beinvenen, ziehst Schulter- und Nackenbereich in Mitleidenschaft und dauerbelastest deine Haltemuskulatur. Kein Wunder, dass langes Sitzen als Mitauslöser für viele der weit verbreiteten Volkskrankheiten gilt! Verbringe deine Mittagspause spazierend an der frischen Luft. Liegend und dösend auf dem Sofa. Gemütlich essend und genussvoll kauend, im Idealfall in netter Gesellschaft. Wo auch immer. Aber: NICHT AM PC!

Pausen-Tipp #3: Was soll ich in der Mittagspause tun?

Jetzt fragst du dich bestimmt, was du in deiner Mittagspause tun kannst, wenn du nicht wie sonst in Social Media datteln oder mal eben 531 Mails checken sollst, während du parallel ein Brötchen isst. Wie du schon im Pausen-Tipp #2 erfahren hast, lautet die erste Regel: Steh auf! Öffne das Fenster, lass frische Luft rein und schau nach draußen. Richte deinen Blick in die Ferne – im Idealfall sogar in den Himmel, damit Augen und Geist sich daran erinnern, dass der Radius des echten Lebens größer ist als die 50 Zentimeter zwischen deiner Nasenspitze und dem PC-Bildschirm. Grade beim Blick in den Himmel können wir uns gut neu strukturieren, den Gedanken freien Lauf lassen und Inspirationen sammeln. Dann beweg dich: laufe herum, strecke dich, dehne dich. Hol dir ein Glas Wasser und trinke es. Mach dir einen Kaffee und genieße ihn. Oder brüh dir einen Tee. Wenn Kollegen anwesend sind: Sprich mit ihnen. Wenn keine Kollegen anwesend sind: Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin. Das ist so, als würdest du an deinem PC den Browserverlauf löschen. Den Cash leeren. Den Reset Button drücken. Erst recht, wenn du deine Pause auch dafür nutzt, dich mal kurz hinzulegen und aktiv nichts zu tun. So förderst du übrigens mit deiner Auszeit ganz aktiv deine Work-Life-Balance.

Pausen-Tipp #4: Warum sollte ich meine Pausen in meinen Kalender eintragen?

Und jetzt zur wichtigsten Frage: Wie schaffe ich es überhaupt, mir Pausen zu nehmen? Damit du die positiven Effekte der Mittagspause voll und ganz für dich nutzen kannst, musst du ein bisschen an deinem Zeitmanagement und auch an deinem Selbstmanagement arbeiten. Trage dir hierfür deine Pausen in deinen Kalender ein und schaffe dir deine persönliche Pausenregelung. Das gilt auch und vor allem beim mobilen Arbeiten.

Wenn deine Pausen nicht als Termine in deinem Kalender stehen, werden sie immer wieder Anfragen und Aufträgen von außen zum Opfer fallen. Wenn jemand mit dir einen Termin vereinbaren will oder ein wichtiges To-Do für dich hat, um das du dich unbedingt kümmern sollst, schaust du in deinen Kalender, um zu prüfen, ob und wenn ja wann du Zeit dafür hast. Und was siehst du da um die Mittagszeit? Gähnende Leere! Also schnell den Termin reingeknallt. Und erst später gemerkt, dass dir damit deine wertvolle Mittagspause flöten geht. Die Auszeit, die so wichtig ist für deine körperliche und geistige Gesundheit. Die Auszeit, die dafür sorgt, dass du über Jahre leistungsfähig und kreativ bleibst. Die Auszeit, die dir hilft, in derselben Zeit produktiver und motivierter zu arbeiten. Ganz schön ärgerlich, oder?

Bei mir ist jeden Tag die Zeit zwischen 12 Uhr und 13.30 Uhr im Kalender geblockt mit „Essen, Entspannen, Lesen, Schlafen“. Und dieser Termin mit mir selbst ist unverrückbar. Er ist einer der wichtigsten, die ich jeden Tag habe. Und genau so behandle ich ihn auch. Wenn jetzt eine Anfrage reinkommt, überlege ich beim Blick in den Kalender nicht „Wann kann ich das erledigen?“, sondern „Wie kann ich das erledigen?“. Muss ich das selbst tun? Oder kann ich es delegieren? Ist das eine Sache, die oberste Priorität verdient? Ist es etwas, was von jetzt an regelmäßig aufploppen wird, so dass es sich lohnt, ein festes Zeitfenster jede Woche dafür zu reservieren? Dabei kannst du auch gut überprüfen, ob du genügend Zeit einplanst für unvorhergesehene Dinge. Indem du deine Pausen in deinem Kalender verankerst, übernimmst du das Ruder für deinen Arbeitsalltag. Mit gezielter Selbstorganisation bist weniger fremdbestimmt und hast es in der Hand, aus etwas Unvorhergesehenem etwas Geplantes zu machen.

Ultimativer Pausen-Tipp: Wie erkenne ich den richtigen Zeitpunktfür eine kurze Pause?

Ich habe schon erklärt, dass du wesentlich öfter Pausen einlegen solltest als die gesetzlich vorgeschriebenen 30 Minuten. Woran du den richtigen Zeitpunkt erkennst? Daran, dass ein Fokusblock vorbei ist! Oder, indem du dich an folgenden Spruch erinnerst: „Wenn du denkst, du hättest keine Zeit für eine Pause, ist es höchste Zeit für eine Pause!“ Kontrolliere dich selbst damit! Wenn du merkst, du müsstest eigentlich grade auf die Toilette, aber dir funkt ein „Jetzt nicht!“ dazwischen, dann steh auf und geh auf die Toilette. Wenn du denkst „Jetzt würde mir ein Kaffee helfen, aber dafür ist jetzt keine Zeit“, dann schnapp deine Tasse und geh zur Kaffeemaschine. Wenn du aus dem Fenster in die Sonne guckst und fühlst, dass dir jetzt grade ein bisschen Licht im Gesicht guttun würde, du aber erst in zwei Stunden mit der Arbeit fertig bist, an der du grade dranbist, dann nimm dir einen Stuhl und setze dich für 10 Minuten an die frische Luft.

Die Zusammenfassung für mehr Zeit in deinem Leben

  • Ein Arbeitsleben ohne Pausen ist möglich, aber sinnlos. Es gibt viele gute Gründe, regelmäßige Auszeiten in den Alltag einzubauen.
  • Aktiv gestaltete Pausen fördern die körperliche und seelische Gesundheit, sorgen für mehr Kreativität und besseren Workflow und können dich vor vielen Volkskrankheiten schützen. Noch Fragen?
  • Starte in deine Pause, indem du aufstehst. Danach ist fast egal, wo du hingehst. Aber beweg dich weg von deinem PC!
  • Gestalte deine Pause bewusst aktiv oder bewusst ruhig. Atme frische Luft, trinke Wasser, iss etwas Leckeres, sprich mit Leuten. Es gibt 1000 Möglichkeiten!
  • Trage deine Pausen in deinen Kalender ein. Reserviere diese Zeit für dich. Und plane anderes darum herum.
  • Wenn du denkst, du hättest keine Zeit für eine Pause: Mach eine Pause!
  • Registriere dich für mein Online-Seminar und sieh dir meine YouTube-Videos an, um noch mehr darüber zu erfahren, wie dir Pausen gelingen und du deinen Arbeitsalltag so gestaltest, dass sie tatsächlich möglich sind.

Nimm dir diese Zeit, denn sie gehört dir! Und egal, was du tust: Es ist die Zeit deines Lebens!

Ein Video zu genau diesem Thema findest du auch auf meinem YouTube-Kanal unter http://youtube.firelife.de. Hier erscheint immer sonntags das nächste Video mit spannenden und interessanten Impulsen dazu, wie du mehr Zeit in dein Leben bekommst. Schau gern vorbei und abonniere den Kanal, um immer auf dem Laufenden zu bleiben. Und wenn du noch mehr von solchen wertvollen Tipps haben möchtest – fürs Studium, aber auch später für dein Arbeitsleben, registriere dich hier für unser monatliches Webinar und unsere Akademie.

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